Warum Nachhaltigkeit im Lebensmittelhandel zur Priorität werden sollte

„Healty-lifestyle“ und umweltbewusster Konsum gewinnt für viele Menschen immer mehr an Bedeutung. Damit steigt auch die die Nachfrage nach bezahlbaren, nachhaltig produzierten, Bioprodukten und abwechslungsreichen veganen Angeboten. Supermarktketten, wie Tesco, Aldi und Carrefour liefern bereits erste Antworten auf den ansteigenden Verbraucherwunsch. Nachhaltigkeitsprogramme werden gestartet, das Sortiment an pflanzlichen Produkten wird immer breiter und man bemüht sich um eine transparentere Kennzeichnung der Produkte.

“Aldi hat die Verantwortung die Umwelt zu schützen und wir wissen wie wichtig das für unsere Kunden ist”, so Jason Hart, CEO von Aldi USA.

Das Konsumverhalten der Kunden ist bewusster geworden und die Anforderungen an die Produkte haben sich geändert. Lebensmittelhändler sollten es als ihre Aufgabe sehen den Konsumenten die Identifikation von Produkten zu erleichtern, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

Wir von FRC haben die drei wichtigsten Bereiche ermittelt, wo Veränderungen notwendig sind, wenn ein Lebensmittelhändler wettbewerbsfähig bleiben will. Nämlich: die Produktkennzeichnung, veganes Produktsortiment und nachhaltigkeitsfördernde Initiativen, insbesondere beim Abfallmanagement und Energieverbrauch.

Nachfolgend einige der wichtigsten Entwicklungen in diesen Bereichen:

 

Source:https://www.foodwatch.org/en/about-us/our-work/sugar-fat-and-salt/how-the-nutri-score-works/

Transparente Produktkennzeichnung

 

Der Nutri-Score ist ein, in Frankreich entwickeltes, System, das in ganz Europa immer beliebter wird. Es ist ein nützliches Instrument, um den Nährwertgehalt von verarbeiteten Lebensmitteln schneller beurteilen zu können.

REWE hat alle Eigenmarkenprodukte bereits mit dem Nutri-Score gekennzeichnet und ALDI Nord & Süd haben ebenfalls mit der Kennzeichnung der Waren begonnen.

Carrefour hat außerdem eine Anwendung auf den Markt gebracht, die auf Basis persönlicher Ernährungspräferenzen und Gesundheitskriterien einen individuellen Nährwertgehalt berechnet.

In der Europäischen Kommission wird derzeit diskutiert, ob die Produktkennzeichnung mit dem Nutri-Score in Zukunft verpflichtend sein soll.

 

Source:https://www.neue-verpackung.de/66924/nachhaltigkeit-transparent-lidl-testet-eco-score-kennzeichnung/

Der Eco-Score ist ein Klassifizierungssystem, womit die Umweltbelastung von Lebensmitteln ermittelt werden kann. Dabei wird mittels Punktesystem die Verschmutzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette beurteilt. Faktoren wie Landnutzung, Wasserverbrauch, Versauerung, Feinstaub usw. werden berücksichtigt.

Die „Front-of-Pack“-Kennzeichnung wurde erst bei wenigen Produkten eingeführt, aber es gibt einige Online-Datenbanken, wie “Open Food Facts” und “Yuka”, mit dessen Hilfe der Eco-Score vieler Produkte bereits eingesehen werden kann.

Die belgische Handelskette Colruyt hat vor Kurzem eine eigene mobile App gestartet, die es ermöglicht mehr Informationen zu einem Produkt zu erhalten. Weiteres soll auf der Verpackung von Eigenmarkenprodukten der Eco-Score bald zu sehen sein. Auch Lidl plant, den Eco-Score bald in einer Filiale in Berlin zu testen.

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch der Schweizer Handelsriese Migros. Es wurde eine Nachhaltigkeitsskala eingeführt, mit dessen Hilfe die Bewertung von Eigenmarkenprodukten auf den ersten Blick ersichtlich ist.

 

Expansion der veganen Produktauswahl

 

Die Anzahl der pflanzlichen Produkte in den Supermarktregalen nimmt gefühlt täglich zu, da viele Handelsketten und Lebensmittelproduzenten das Potenzial dieses Marktes erkannt haben.

Tesco hat kürzlich ein ambitioniertes Nachhaltigkeits-Programm angekündigt. Der Absatz von pflanzlichen Fleischalternativen soll bis 2025 um 300 % steigen und gesunde, nachhaltig produzierte Lebensmittel sollen preislich zugänglicher werden. Weiteres sollen Produkte durch Neuformulierung gesünder werden und der Anteil an gesunden Produkten im Gesamtumsatz bis 2025 auf 65 % erhöht werden. Laut aktuellen Zahlen können 58% der verkauften Waren als gesund eingestuft werden.

 

Source: https://www.aldi-nord.de/unternehmen/presse/ veganuary -2021-aldi-motiviert-erneut-zur-veganen-ernaehrung.html

Aldi Süd hat eine Werbekampagne mit einem veganen Social-Media-Influencer gestartet, um neue pflanzliche Produkte zu bewerben und gleichzeitig eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.

Eine weitere Entwicklung in diesem Bereich ist die “Veganuary”-Kampagne, die dazu auffordert einen Monat lang eine vegane Ernährung als Neujahresvorsatz auszuprobieren. Die Anzahl der aktiv teilnehmenden Personen wächst jedes Jahr exponentiell. Im Jahr 2021 haben sich weltweit mehr als eine halbe Million Menschen offiziell für den “Veganuary” angemeldet. Aldi Nord und Süd widmeten dem “Veganuary” sogar eine eigene Werbekampagne.

PepsiCo und BeyondMeat haben „The PLANeT Partnership“ gegründet, was ein gemeinsames Projekt zur Entwicklung, Produktion und Vermarktung von innovativen Snacks und Getränken aus pflanzlichem Eiweiß ist.

 

Nachhaltigkeitsinitiativen

 

Viele große Lebensmittelhändler, wie Tesco und ALDI, haben angekündigt, dass sie in Zukunft einen nachhaltigeren Handel betreiben wollen.

Carrefour Frankreich und TerraCycle arbeiten zurzeit zusammen, um Recyclingstationen für Kosmetikverpackungen in Hypermärkten einzurichten.

 

Die AS Watson-Gruppe, die ihren Sitz in Hongkong hat, aber weltweit tätig ist, hat kürzlich ihre Nachhaltigkeitsvision für 2030 bekannt gegeben. Es soll eine Reduktion des Energieverbrauchs, der Treibhausgasemissionen und des Plastikverbrauchs erzielt werden. Außerdem sollen „grüne“ Klassenzimmer errichtet werden, um das Umweltbewusstsein von Kindern zu stärken.

 

Im Jahr 2020 veröffentlichte die Schwarz-Gruppe ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht, der Kennzahlen zum Energieverbrauch, zum Abfallmanagement und zur sozialen Vielfalt des Personals offenlegt. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist deutlich gestiegen und Bemühungen um eine Kreislaufwirtschaft sind sichtbar. Im Bericht werden Daten aus den Jahren 2018 und 2019 verglichen. Ein Beispiel dafür ist der Energieverbrauch pro Mitarbeiter, der von 23 MWh auf 22,9MWh gesunken ist. In Zukunft soll der Energieverbrauch weiter reduziert werden, indem Änderungen am Logistiksystem vorgenommen werden. Darüber hinaus hat die Schwarz-Gruppe die “Lidl Soja-Initiative” gestartet, die sich in Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen und Landesgesellschaften für eine nachhaltige, globale Sojaproduktion einsetzt.

 

Die bereits zu beobachtenden Entwicklungen, die wir aufgelistet haben, sind nur ein kleiner Teil der Nachhaltigkeitsbewegung. Wenn ein Lebensmittelhändler heutzutage wettbewerbsfähig bleiben will, dürfen Themenbereiche wie transparente Warenauszeichnung, vegane Produktauswahl und umweltbewusster Handel, nicht vernachlässigt werden. Das gilt für jede Art von Unternehmen – vom Primärproduzenten bis zum Einzelhändler.

Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend – es ist die Zukunft!

Dabei ist es entscheidend jetzt mit der Planung zu beginnen, da diese Art von Umstellungen Zeit brauchen. Wir von Foley Retail Consulting können Lebensmittelhändler bei der Umstrukturierung unterstützen, damit die Implementierung möglichst reibungslos abläuft.

Wir wissen, dass jedes Geschäft anders ist, deshalb bieten wir maßgeschneiderte Beratungen an. Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen!